Mittwoch, 6. Oktober 2010

Als ob es tausend Stäbe gebe....



Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
so müd geworden, daß er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
und hinter tausend Stäben keine Welt.

Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,
in der betäubt ein großer Wille steht.

Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
sich lautlos auf –. Dann geht ein Bild hinein,
geht durch der Glieder angespannte Stille –
und hört im Herzen auf zu sein.

In diesem Gedicht geht es um ein gefangen gehaltenes Tier,
das äußerlich noch das zu sein scheint,
was es einmal war,
innerlich jedoch nicht mehr am Leben ist.

Rilkes Gedichte hatten für mich in meiner Jugend
schon eine große Bedeutung,dieses Gedicht vom Panther
ist eins meiner liebsten Gedichte.


Kommentare:

  1. Hm.... ich hab vorhin schon gepostet, jetzt ist meine Antwort aber weg???

    Ich drück dich,
    schlaf gut,
    Nora

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  2. Kennst du das Rielke-Projekt vom Komponistenduo Schönherz & Fleer? Ich habe alle drei CDs und höre sie oft, wenn ich alleine bin (Kanne Tee dazu oder ein Glas Wein, je nach Tageszeit und Stimmung). Der Panther wird darin vom wunderbaren Otto Sander interpretiert.
    Wenn du Rielke magst, MUSST du das haben.
    Grüße! N.

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  3. Ich kannte das Gedicht nicht, hab angefangen zu lesen und - bekam gleich ein beklemmendes Gefühl, denn ich bemerkte sehr schnell, worum es ging - dieser Blick, dieses Bild, was du uns zeigst und dieses Gedicht ... am liebsten würde man die Tür öffnen wollen und es schnell, sehr schnell in seine Welt rauslaufen lassen.
    Einen guten Tag wünsch ich dir!
    Ida

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  4. Dieses Gedicht läßt mich weinen.
    Renate D.

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  5. Hej,

    beim Lesen der Zeilen lief mir richtig ein Schauer über den Rücken. Ich mag keine Zoos. Ich bin sooo tierlieb, dass es manchmal schon belastend ist. Wir haben im Dorf eine Schlachterei und wenn die Wagen mit ihren Anhängern vorbeifahren und ich die Ohren der Kühe sehen kann, könnte ich mich hinstellen und weinen...

    Gruselig.

    Zu etwas Schönem: Vielen Dank für Deinen lieben Kommentar!!! Ich habe mich richtig gefreut über Deine lieben Worte!!!

    Ich hab gesehen, dass Du eine tolle Verlosung hast. Ich werde mich gleich mal eintragen und die Verlinkung vornehmen...

    GGLG Katja

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  6. Kann das sein, dass blogger meinen Kommentar von gestern nicht weiter geleitet hat?
    Ich versuche es einfach noch einmal:

    Kennst du das Rielke-Projekt der Komponisten Schönfeld & Fleer? Ist eine Trilogie und ich habe alle drei CDs. Auf der ersten wird der Panther vom genialen Otto Sander gesprochen. Die Sachen sind so schön. Falls du sie nicht hast, versuch sie zu bekommen, für Rielke-Liebhaber ein MUSS.

    Grüße! N.

    PS Gibt es denn schon einen Termin, damit du hinter deinen Stäben hervor kommen kannst?

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  7. Ich kannte das Gedicht auch nicht. Aber beim Lesen wurde mir kalt.....

    Danke für den Tipp bezüglich meines Zapfens. Ich werde auf der Hut sein.

    Hab noch einen schönen Abend.
    Alles Liebe
    Tanja

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  8. Meine liebe Edith,
    auch Sanne habe ich gerade geschrieben: Ich bin wieder da. Es gibt jedoch keinen Grund zur Sorge, mir geht es gut. Ich hatte eine wunderbare Woche Urlaub mit meiner Familie in Dresden - mit einem Erholungswert größer als der Jahresurlaub. Doch danach - wie angestaut - kamen ganz viele dienstl. und private Termine auf mich zu. Heute ist das zweite Mal innerhalb von zwei Wochen, dass ich Zeit finde, mich vor den Rechner zu setzen. Es war so nicht geplant, sonst hätte ich mich ordentlich verabschiedet, es ist einfach die Zeit zerronnen. Gefehlt habt Ihr mir und ich freue mich über die lieben Nachfragen. Ich bin nun also wieder hier - wenn zunächst auch erstmal nur als Kommentatorin, herzlichst, Deine Carola

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  9. Liebe Edith,
    ich mag auch sehr gerne Rilkes Gedichte, dieses kannte ich allerdings noch nicht. Aber es ist sehr berührend.
    Ich hoffe du fühlst dich momentan nicht so wie dieser Panter. Aber dieses Gedicht passt auch irgendwie zu deiner Situation.
    Ich wünsche dir alles Gute.
    Nachdenkliche Grüße
    Silke

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  10. Liebe Edith, das Gedicht kannte ich auch nicht...schon irgendwie ein beklemmendes Gefühl bei Lesen...auch Menschen sterben innerlich ab, wenn sie auf irgendeine Art (seelisch usw..) eingesperrt werden.
    Wünsche Dir ein schönes WE ...lg ela

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